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QR-Codes in der TV-Werbung auswerten: Scans gegen den Sendeplan

26 Juli, 2026 • 422 Aufrufe • 18 Minuten Lesezeit

So werten Sie TV-Spots mit QR-Code aus: Zeitfenster je Ausstrahlung festlegen, Grundrauschen abziehen, Sender und Motive vergleichen. Mit Rechenbeispiel.

Eine TV-Kampagne mit QR-Code werten Sie aus, indem Sie die Aufrufe jedes Codes neben die tatsächlichen Sendezeiten legen: ein festes Zeitfenster je Ausstrahlung, abzüglich der Scans, die ohnehin gekommen wären. Übrig bleibt je Sendeplatz eine Zahl, die sich mit den Schaltkosten vergleichen lässt. Dieser Beitrag beschreibt den Ablauf Schritt für Schritt.

Vorausgesetzt ist, dass die Spots gelaufen sind und jede Kombination aus Sender und Motiv ihren eigenen dynamischen Code hatte. Wie der Code ins Bild kommt, wie groß er sein muss und wie lange er stehen sollte, behandelt die Seite QR-Codes in der TV-Werbung.

Das Wichtigste in Kürze

Von der Sendebestätigung zum Bericht

  • Grundlage sind die tatsächlichen Sendezeiten aus der Sendebestätigung und die Aufrufe je Code, abgelesen im Konto oder aus dem CSV-Export (ab Starter).
  • Jede Ausstrahlung bekommt ein gleich langes Zeitfenster. Die Länge legen Sie einmal fest und ändern sie danach nicht mehr.
  • Vom Wert im Fenster ziehen Sie das Grundrauschen ab, also die Scans, die zur selben Tageszeit auch ohne Spot eingehen.
  • Sendeplätze werden erst über die Kosten vergleichbar, Motive nur auf demselben Sender zu ähnlicher Zeit.
  • Eine einzelne Ausstrahlung mit kleinen Zahlen trägt keine Entscheidung.
01 · Unterlagen

Was Sie für die Auswertung der TV-Kampagne brauchen

UnterlageQuelleWofür
Tatsächliche SendezeitenSendebestätigung des Vermarkters oder der MediaagenturBeginn jedes Zeitfensters
Kosten je AusstrahlungBuchung oder RechnungScans je 1.000 € Schaltkosten
Reichweite je AusstrahlungVermarkter, falls ausgewiesenzweite Bezugsgröße neben den Kosten
Aufrufe je Code mit Zeitpunkt7pxl-Konto: Auswertungen „Einträge“ und „Besuchszeiten“, ExportZählung im Fenster
Liste Code, Sender, MotivIhre ProduktionWelche Sendefassung lief wo?

Nehmen Sie die Sendebestätigung und nicht den Mediaplan. Im Plan steht die gebuchte Zeit. Werbeblöcke verschieben sich aber, etwa wenn eine Live-Sendung überzieht, und schon zehn Minuten Abweichung legen das Fenster neben die Reaktion.

Vorab prüfen: Meinen Statistik und Sendebestätigung dieselbe Uhr?

Ein Versatz von einer Stunde zwischen zwei Zeitangaben macht die Auswertung wertlos, und er fällt nicht von selbst auf. Scannen Sie deshalb einen der Codes zu einer notierten Uhrzeit und sehen Sie nach, mit welchem Zeitpunkt der Aufruf unter „Einträge“ erscheint. Neue Aufrufe sind dort nach wenigen Sekunden sichtbar. Wer mit der CSV-Datei rechnen will, wiederholt die Probe im Export.

Im Konto zählen oder exportieren?

Bei wenigen Ausstrahlungen und überschaubaren Zahlen genügt die Ansicht im Konto. Sie öffnen die Statistik des Codes, suchen unter „Einträge“ die Aufrufe ab der Sendezeit und zählen bis zum Ende des Fensters. Bei Dutzenden Ausstrahlungen geht es in der Tabellenkalkulation schneller. Den Export als CSV gibt es ab dem Tarif Starter. Sehen Sie sich die Datei an, bevor Sie Formeln bauen: Wo steht der Zeitpunkt, und in welchem Format? Der Ablauf ist auf beiden Wegen derselbe.

Warten Sie mit dem Export nicht zu lange. Im Tarif Starter bewahren wir Statistikdaten 6 Monate auf, ab Pro 1 Jahr. Danach werden sie gelöscht.

02 · Zeitfenster

Zeitfenster je Spot festlegen

Zeitfenster

Die Spanne ab Beginn einer Ausstrahlung, in der Sie eingehende Scans dieser Ausstrahlung zurechnen.

Die Länge des Fensters ist eine Festlegung und keine Messgröße. Ist es zu kurz, fehlen die Zuschauer, die erst ihr Smartphone suchen mussten. Ist es zu lang, füllt es sich mit Scans, die mit dieser Ausstrahlung nichts zu tun haben.

Zu einer begründeten Länge kommen Sie so: Nehmen Sie die zwei oder drei Ausstrahlungen mit den meisten Scans und sehen Sie in den Einträgen nach, wie lange nach der Sendezeit die Aufrufe dicht aufeinander folgen. Wo die Abstände wieder so groß werden wie vor dem Spot, endet das Fenster. Runden Sie auf einen glatten Wert, zum Beispiel 10 oder 15 Minuten.

  • Eine Länge für alle. Wer dem Abendspot 20 Minuten gibt und dem Morgenspot 10, hat den Vergleich entschieden, bevor er zählt.
  • Erst festlegen, dann zählen. Ein Fenster, das so lange verschoben wird, bis das gewünschte Ergebnis dasteht, misst nichts mehr.
  • Beginn ist die Sendezeit des Spots. Der Anfang des Werbeblocks kann Minuten davor liegen.
  • Überschneidungen zusammenlegen. Läuft derselbe Code zweimal so dicht hintereinander, dass sich die Fenster überlappen, werten Sie beide Ausstrahlungen als ein Ereignis mit gemeinsamen Kosten.

Zwischen verschiedenen Sendern entsteht dieses Problem nicht, sofern jeder Sender seinen eigenen Code hat. Die Scans landen dann in getrennten Statistiken, auch wenn zwei Spots in derselben Minute laufen.

03 · Grundrauschen

Grundrauschen abziehen: Scans, die ohne Spot gekommen wären

Ein Code, der seit Tagen im Fernsehen zu sehen ist, wird auch zwischen den Ausstrahlungen gescannt. Solche Aufrufe kommen aus Aufzeichnungen, aus der Mediathek, von angehaltenen Bildern oder von Leuten, die sich die Kurzadresse notiert haben. Dieses Grundrauschen steckt in jedem Fenster. Bei einem starken Abendspot fällt es kaum ins Gewicht, bei einem schwachen Sendeplatz kann es einen großen Teil des Werts ausmachen.

  1. Vergleichsstunden wählen. Das sind Stunden zur gleichen Tageszeit, in denen dieser Code nicht lief, verteilt auf mehr als einen Tag. Die Auswertung „Besuchszeiten“ zeigt, zu welchen Uhrzeiten der Link benutzt wird, und hilft bei der Auswahl.
  2. Aufrufe zählen und teilen. Die Aufrufe in den Vergleichsstunden, geteilt durch die Zahl der Stunden, ergeben die Scans je Stunde ohne Spot.
  3. Auf die Fensterlänge umrechnen. Bei 15 Minuten ist es ein Viertel des Stundenwerts.
  4. Abziehen. Wert im Fenster minus Grundrauschen ergibt den bereinigten Wert der Ausstrahlung.

Das Grundrauschen ist keine feste Größe. Es kann im Lauf einer Kampagne wachsen, und abends ist es meist anders als morgens. Rechnen Sie deshalb getrennt nach Tageszeit und bei längeren Kampagnen jede Woche neu. Liegt der bereinigte Wert einer Ausstrahlung bei null, hat dieser Sendeplatz keine messbare direkte Reaktion ausgelöst. Auch das ist ein Ergebnis.

04 · Rechenbeispiel

Rechenbeispiel: eine Woche, zwei Sender, zwei Motive

Rechenbeispiel

Alle Zahlen sind erfunden, auch die Kosten

Angenommen, ein Versandhändler für Gartenmöbel schaltet eine Woche lang zwei Motive. Motiv „Terrasse“ läuft auf Sender A mit dem Code /garten und auf Sender B mit dem Code /terrasse. Motiv „Balkon“ läuft nur auf Sender A, mit dem Code /balkon. Das Fenster ist auf 15 Minuten festgelegt.

Grundrauschen für /garten am Abend: An drei Abenden ohne Ausstrahlung fielen zwischen 19 und 22 Uhr zusammen 72 Aufrufe an. Das sind 9 Stunden, also 8 Aufrufe je Stunde und 2 je Viertelstunde. Für die übrigen Codes und für den Morgen ergibt dieselbe Rechnung im Beispiel 1 Aufruf je Viertelstunde.

Die Werte dienen nur dazu, den Rechenweg zu zeigen. Sie sind kein Richtwert für eine echte Kampagne.

AusstrahlungCodeScans im FensterGrundrauschenBereinigtKostenBereinigte Scans je 1.000 €
Mo 19:42, Sender A, „Terrasse“/garten582567.000 €8,0
Mi 20:14, Sender A, „Terrasse“/garten442427.000 €6,0
Di 07:10, Sender A, „Terrasse“/garten131121.500 €8,0
Mo 21:15, Sender B, „Terrasse“/terrasse211204.000 €5,0
Do 19:50, Sender A, „Balkon“/balkon311307.000 €4,3

So lesen Sie die Tabelle

  • Der Morgen hält mit. 12 bereinigte Scans wirken neben 56 mager. Auf die Kosten bezogen liefert der Morgenplatz im Beispiel aber denselben Wert wie der stärkste Abend, nämlich 8,0 je 1.000 €.
  • Gleicher Platz, anderes Ergebnis. Die beiden Abendspots auf Sender A unterscheiden sich um 14 Scans, obwohl Sender, Motiv und Preis gleich sind. So groß ist hier die Schwankung von Ausstrahlung zu Ausstrahlung. Jeder Unterschied in dieser Größenordnung sagt für sich nichts.
  • Sender gegen Sender. Sender A kommt am Abend auf 98 bereinigte Scans für 14.000 €, also 7,0 je 1.000 €. Sender B liegt mit einer einzigen Ausstrahlung bei 5,0. Das ist ein Hinweis und noch kein Urteil.
  • Motiv gegen Motiv. „Balkon“ erreicht 30 bereinigte Scans, „Terrasse“ am selben Sender zur ähnlichen Zeit im Mittel 49. Der Abstand ist größer als die Schwankung zwischen den beiden „Terrasse“-Abenden. Eine zweite Ausstrahlung von „Balkon“ würde zeigen, ob er Bestand hat.

Die Kennzahl lässt sich auch umdrehen: 7.000 € geteilt durch 56 bereinigte Scans ergibt 125 € je Scan. Welche Richtung Sie berichten, ist Geschmackssache. Bleiben Sie bei einer.

05 · Vergleich

Sender, Sendeplätze und Motive vergleichen

Jeder Vergleich verändert genau eine Größe und hält die anderen fest. Im Sendeplan ist das selten sauber angelegt, deshalb lohnt es, vor dem Rechnen Gruppen zu bilden.

Sendeplätze

Gleicher Sender, gleiches Motiv, verschiedene Tageszeiten. Die reine Anzahl der Scans führt hier in die Irre, weil ein Abendplatz in der Regel deutlich mehr kostet als einer am Morgen. Rechnen Sie je 1.000 € Schaltkosten und, wenn der Vermarkter Reichweiten ausweist, zusätzlich je 1.000 Zuschauer.

Sender

Gleiches Motiv, ähnliche Tageszeit, verschiedene Sender. Das setzt einen eigenen Code je Sender voraus. Ohne ihn bleibt nur der Zeitpunkt als Unterscheidung, und der versagt, sobald zwei Spots nah beieinander liegen.

Motive

Gleicher Sender, ähnliche Tageszeit, verschiedene Motive. Ein Motiv, das nur morgens lief, lässt sich mit einem Abendmotiv nicht vergleichen. Wenn Sie Motive testen wollen, buchen Sie beide auf vergleichbare Plätze.

Zusammenfassen statt einzeln deuten

Addieren Sie je Gruppe die bereinigten Scans und die Kosten und bilden Sie die Kennzahl erst aus den Summen. Eine Gruppe ist zum Beispiel „Sender A, Abend, Motiv Terrasse“. Je mehr Ausstrahlungen in einer Gruppe stecken, desto weniger hängt das Ergebnis an einem einzelnen Abend mit Fußball im Parallelprogramm.

06 · Fehlschlüsse

Typische Fehlschlüsse bei der Auswertung von TV-Spots

FehlschlussWarum er nicht trägtStattdessen
„Mehr Scans, besserer Sender“Die Kosten und die Reichweite fehlen in der Rechnung.Scans je 1.000 € vergleichen
„12 gegen 9, klarer Sieger“Bei kleinen Zahlen entscheidet der Zufall.Gruppen bilden, Summen vergleichen
„Das Motiv funktioniert nicht“Es lief auf einem anderen Platz oder nur ein einziges Mal.Motive auf vergleichbaren Plätzen testen
„Scans sind die Wirkung des Spots“Gezählt wird die direkte Reaktion. Wer später sucht oder im Laden kauft, fehlt.Scans als eine Kennzahl neben Reichweite und Umsatz führen
„Ein Scan ist ein Interessent“Gezählt werden Aufrufe. Eine Person kann mehrfach scannen.Anfragen und Bestellungen aus Shop oder Formular danebenlegen
„Außerhalb der Fenster zählt nichts“Zeitversetzte Scans gehören zur Kampagne.Als eigene Summe ausweisen, keinem Sendeplatz zuschreiben

Zwei technische Ursachen verfälschen die Zahlen, bevor die Auswertung beginnt. Die erste sind Testscans aus Produktion und Abnahme. Setzen Sie die Statistik jedes Codes vor der ersten Ausstrahlung zurück. Die zweite ist der Statuscode der Weiterleitung. Voreingestellt ist 301, und eine solche Weiterleitung darf der Browser zwischenspeichern. Ein zweiter Scan vom selben Gerät erreicht unseren Server dann unter Umständen nicht. Für Kampagnen-Codes ist 302 oder 307 die bessere Wahl.

Die Statistik bei 7pxl endet mit der Weiterleitung. Was auf der Zielseite geschieht, zählt Ihr Shop oder Ihre Web-Analyse. Damit beide Seiten zusammenpassen, tragen Sie am Kurzlink die UTM-Werte ein (ab Starter), zum Beispiel sender-a als utm_source und tv als utm_medium. Wie die einzelnen Auswertungen zu lesen sind, steht auf der Seite Kurzlink-Analytics.

07 · Bericht

Was in den Auswertungsbericht gehört

Prüfliste
  • Länge des Zeitfensters und wie sie zustande kam
  • Vergleichsstunden, aus denen das Grundrauschen berechnet wurde
  • Je Ausstrahlung: Wert im Fenster, Grundrauschen, bereinigter Wert
  • Je Gruppe: Summe der bereinigten Scans, Kosten, Scans je 1.000 €
  • Summe der Scans außerhalb aller Fenster
  • Ein Satz dazu, was die Zahlen nicht aussagen: Reichweite, spätere Käufe, Personen
  • Rohdaten im Anhang, als CSV für die Agentur oder als PDF für die Geschäftsführung

Ein Bericht in dieser Form lässt sich nachrechnen. Das ist sein Zweck: Wer in der nächsten Kampagne dieselben Regeln anwendet, kann beide Kampagnen nebeneinanderlegen.

7pxl · Server in Deutschland

Vor der nächsten Kampagne: ein Code je Sender und Motiv

Die Auswertung gegen den Sendeplan setzt dynamische QR-Codes mit Statistik voraus. Beides gibt es ab dem Tarif Starter für 10 € im Monat inklusive Mehrwertsteuer, mit 10 QR-Codes und Export.

FAQ

Häufige Fragen

Wie lang sollte das Zeitfenster nach einem TV-Spot sein?

Eine allgemeingültige Länge gibt es nicht. Sehen Sie bei Ihren stärksten Ausstrahlungen nach, wie lange die Aufrufe dicht aufeinander folgen, und runden Sie auf einen glatten Wert wie 10 oder 15 Minuten. Entscheidend ist, dass alle Ausstrahlungen dieselbe Länge bekommen.

Was ist das Grundrauschen, und wie ziehe ich es ab?

Grundrauschen sind Scans, die auch ohne Ausstrahlung eingehen, etwa aus Aufzeichnungen oder Mediatheken. Sie zählen die Aufrufe in Stunden ohne Spot zur gleichen Tageszeit, rechnen sie auf die Fensterlänge um und ziehen diesen Wert von jedem Fenster ab.

Geht die Auswertung auch ohne Export, direkt im Konto?

Ja. Die Auswertung „Einträge“ zeigt die einzelnen Aufrufe mit Zeitpunkt, dort zählen Sie die Aufrufe im Fenster von Hand. Bei vielen Ausstrahlungen spart der CSV-Export Arbeit. Er ist ab dem Tarif Starter enthalten.

Zwei Spots liefen fast gleichzeitig auf verschiedenen Sendern. Lassen sich die Scans trennen?

Nur wenn jeder Sender einen eigenen Code hatte. Dann stehen die Scans in getrennten Statistiken. Bei einem gemeinsamen Code bleibt nur, beide Ausstrahlungen als ein Ereignis mit gemeinsamen Kosten zu werten.

Ab welchem Unterschied ist ein Sendeplatz wirklich besser als ein anderer?

Eine feste Schwelle nennen wir nicht. Als Maßstab dient die Schwankung zwischen Ausstrahlungen, die sich in Sender, Motiv und Tageszeit gleichen. Ist der Abstand zwischen zwei Gruppen kleiner als diese Schwankung, ist er nicht belastbar.

Sehe ich, wie viele Bestellungen eine Ausstrahlung gebracht hat?

Nicht bei 7pxl. Unsere Statistik zählt den Aufruf des Kurzlinks und endet mit der Weiterleitung. Bestellungen zählt Ihr Shop. Mit UTM-Werten am Kurzlink kann die Web-Analyse der Zielseite Besuche dem Sender zuordnen.

Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Alle Zahlen im Rechenbeispiel sind erfunden und keine Erfahrungswerte.